Magdalena Hueber, oberösterreichische Gemüsefee

Der Gemüseanbau in Oberösterreich

Allgemeines
Historisch ist der Gemüseanbau in OÖ. durch Aufzeichnungen in oö. Klöstern und Herrschaften bereits im 13. Jahrhundert nachgewiesen. 1774 folgte im Eferdinger Becken der erste Anbau von Erdäpfeln. Heute ist diese Region durch die günstigen Boden-, Wasser- und Klimabedingungen das Zentrum des oö. Gemüseanbaues. Der erwerbsmäßige landwirtschaftliche und gärtnerische Gemüseanbau in OÖ. wird von ca. 160 Betrieben auf einer Gesamtanbaufläche von etwa 1.600 ha (inkl. Mehrfachnutzung) durchgeführt. Die Gemüseanbaufläche mit 10 ha im Durchschnitt je Betrieb ist im Vergleich zu den Hauptgemüseländern in Europa (Holland, Spanien, Italien, etc.) sehr niedrig und ein Zeichen dafür, dass sehr viele dieser Betriebe den Gemüseanbau im optimalen Fruchtwechsel zu anderen Ackerbaukulturen betreiben.

Anbau
Die Palette der in OÖ. produzierten und saisonal erhältlichen Gemüsearten ist bereits auf mehr als 70 verschiedene Produkte angewachsen. So findet man neuerdings bei den oö. Gemüsebauern neben verschiedenen Zwiebelarten beispielsweise Rhabarber, Fenchel, Melanzani, Pastinaken, Romanesco, Melonen, Bierrettich und auch Knoblauch. Die Anbauschwerpunkte liegen allerdings deutlich bei den Kohlgemüsen, den Salaten, den Gurkengewächsen und den Wurzelgemüsearten. Marktbedeutend sind die oö. Gemüsebauern innerhalb von Österreich beim Anbau von z. B. Frisch- und Sauerkraut, Broccoli, Kopf- und Eissalat, Feld- und Einlegegurken, Roten Rüben, Sellerie, Spargel, Zucchini, Porree und Zuckermais. Der Anteil des Biogemüseanbaues beträgt mittlerweile schon 16 % der Anbaufläche, d. h. in etwa  260 ha. Der geschützte Gemüseanbau in Folientunnels und Glashäusern ist in OÖ mit einer Gesamtfläche von etwa 12 ha vergleichsweise zu Wien, Burgenland und der Steiermark eher untergeordnet. Hier werden, hauptsächlich von Direktvermarktern, die köstlichen Paradeiser, Gurken oder Paprika (inkl. Pfefferoni und Chili) erzeugt. Einige Betriebe erzeugen in den Folienhäusern auch die Jungpflanzen für den eigenen Freilandanbau bzw. für den Ab Hof-Verkauf. 

Verwertung und Vermarktung
Ca. 50  % der gesamten Gemüseproduktion wird als Frischgemüse über den Großhandel an die Handelsketten geliefert.
Ca. 40 % werden als Vertragsgemüse von den oö. Verarbeitungsbetrieben (Efko, Machland und Elfin) in Form von Sauergemüse in Glas, Stehbeutel 
oder Dose eingemacht.
Die restlichen 10 %  sind der Anteil der Direktvermarktung  (Verkauf über Wochenmärkte, Hofläden, Gastro-Belieferung, Großküchen, Abo-Kiste,…).
Umweltfreundliche Produktion
Beginnend mit 1995 haben die oö. Gemüsebauern die Bewirtschaftung im Rahmen der ÖPUL - Maßnahme „Integrierte Produktion“ neu ausgerichtet und sukzessive zu 100% umgestellt. Regelmäßige Aufzeichnungen, Schulungen und Betriebsevaluierungen gehen einher mit jährlichen Betriebskontrollen hinsichtlich Düngung, Pflanzenschutz, Bewässerung, Hygiene, Fremdarbeitskräftebeschäftigung und anderem.

OÖ Gemüsebauern sichern und bieten Arbeitsplätze
Die rund 160 oö. Gemüsebaubetriebe sichern durch ihre Bewirtschaftung und Investitionstätigkeit ca. 600 familieneigene Arbeitsplätze in der Region, beschäftigen rund 2.000 Landarbeiter und sichern in den nachgelagerten Bereichen der heimischen Wirtschaft sowie am Dienstleistungssektor runde 1.500 österreichische Arbeitsplätze. Weltweit ist der handarbeitsintensive Gemüseanbau auf ausländische Saisonarbeiter und Erntehelfer angewiesen. Diese stammen hauptsächlich aus den EU-Ländern Polen und Rumänien sowie aus den EU-Drittstaaten Kosovo und Ukraine. Der kollektivvertragliche Lohn für diese vollversicherten Landarbeiter in Österreich ist einer der höchsten in Europa und erschwert die Wettbewerbsfähigkeit für die heimischen Bauern innerhalb der EU.

Regionalität – Saisonalität – Marketing
Der Verband der Gemüsebauern OÖ und der Verein Genuss Region Eferdinger Landl Gemüse ist in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer OÖ sowie mit den Partnern in der Verarbeitung, im Handel und der Vermarktung ständig bemüht, dem Konsumenten die Vorteile der heimischen Gemüseproduktion in Verbindung mit dem saisonalen Einkauf und Konsum aufzuzeigen. Nur das Produkt der „kurzen Wege“ garantiert bei Gemüse optimale Frische und Qualität zu einem günstigen Preis. Verstärkt werden diese Ziele durch vielseitige Öffentlichkeitsarbeit und verschiedene Werbemaßnahmen wie zB dem Kochbuch „GemüseLust – Neu entdeckte Leidenschaft“, einer eigenen Direktvermarkterbroschüre „Einkaufsführer OÖ 2014, sowie mit der neu gestalteten Hompage  www.gemueselust.at und dem facebook-Auftritt www.facebook.com/gemueselust 

Weitere Informationen:
Landwirtschaftskammer OÖ, Bezirksbauernkammer Eferding,  Ing. Stefan Hamedinger, Gemüsebaureferent
Linzer Str. 4, A-4070 Eferding, Tel. 050/6902/3530, FAX 050/6902/93530, E-Mail: stefan.hamedinger@lk-ooe.at